Seit 2010 gilt unsere Schule auch als "Mint21"-Schule. Das heißt, dass den so genannten MINT - Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ein besonderes Interesse gilt und vor allem in diesen Lernbereichen sehr viele Aktionen und Wettbewerbe stattfinden.

Die Mädchen-Realschule ist seit dem Schullahr 2010/11 Modellschule für MINT21. Die Lehrkräfte Frau Appl, Frau Antos, Herr Liebel und Frau Zankl erarbeiten im Rahmen dieses Projekts verschiedene Maßnahmen, um gerade bei Schülerinnen der unteren Jahrgangsstufen die Neugier für die MINT-Fächer zu wecken.Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff MINT und was macht eine MINT-Schule aus? Antworten auf diese Frage finden sich im Internet unter 

WETTBEWERBE UND AKTIONEN

 

 

Sechstklässlerinnen absolvierten Chemie-Zirkel

Blaukraut, Weißweinessig und Phenolphthalein-Lösung – Chemie-Zirkel Teil 1

 

Vielleicht dachten manche bei den ersten beiden Wörtern der Überschrift noch in Verbindung mit einer Mädchenrealschule an einen Hauswirtschaftskurs. Aber die Phenolphthalein-Lösung hätte das Kochgericht dann wohl ungenießbar gemacht. Was hat es also dann mit der Überschrift auf sich?

Bereits im letzten Jahr wurde an mehreren Nachmittagen ein Optik- und Akustik-Lernzirkel mit anschließenden Besuchen bei Optiker und Hörgeräte-Akustiker für Schülerinnen der 6. Jahrgangsstufe angeboten. Ziel war es, die Schülerinnen für MINT-Fächer zu begeistern und evtl. auch im Hinblick auf die bevorstehende Zweigwahl einen kleinen Anreiz zu geben.

Dieses Jahr wurde dieser freiwillige Nachmittagskurs noch um eine Chemie-Einheit erweitert.

Beim Chemielernzirkel fanden es die Schülerinnen erwartungsgemäß sehr interessant, als sie verschiedene Lösungen oder Chemikalien mischen durften und sich daraufhin die Farben veränderten bzw. sich durchsichtige Flüssigkeiten plötzlich in pinkfarbene änderten. Dabei wurde nicht nur mit verschiedenen chemischen Stoffen experimentiert. Auch Blaukrautsaft verändert seine Farbe, wenn z. B. Weißweinessig oder Zitronensäure zugegeben wird.

Eine viel entscheidendere Farbänderung bedeutete es für die Schülerinnen jedoch, als sie einen einfachen Kupferpfennig „vergolden“ durften. Jede wollte eine so wertvolle Münze mit nach Hause nehmen, und so wurden über dem Bunsenbrenner zahlreiche Goldmünzen hergestellt, die die Mädels zuvor in mit Zinkstaub versetzter Natronlauge gebadet hatten.

Auch mit geheimen Botschaften kennen sich die Sechstklässlerinnen jetzt aus. So schrieben sie mit roter Tinte, die aber schon Sekunden später erblasste und das soeben Geschriebene unsichtbar machte. Aber auch umgekehrt tauchten auf scheinbar leeren Blättern nach Erhitzen plötzlich verborgene Schriftzüge wieder auf.

Weitere Versuche zur Atmung und den dabei eine wichtige Rolle spielenden Gasen sowie eine Mikroskopier-Station rundeten das Angebot ab.

Manche Schülerinnen wollten sich kaum mehr vom weißen Chemie-Kittel oder der Schutzbrille trennen. Aber schließlich durften sie sich ja noch auf den Besuch bei Bionorica, einer großen pharmazeutischen Firma in Neumarkt freuen. Dieser stand eine Woche später auf dem Programm…

Kann man Löwenzahn essen? Und warum gibt es mitten im Labor von Bionorica eine Dusche? - Chemie-Zirkel Teil 2

 

Bionorica, eine pharmazeutische Firma, deren Produkte sogar die Schülerinnen teilweise kannten, hatten wohl auch von ihnen schon die ein oder andere bei Schnupfen das Medikament Sinupret eingenommen. Bereits am Eingang wurden sie von Theres Erhardt, einer ehemaligen Schülerin der Mädchenrealschule, in Empfang genommen.

Bei ihrer Führung durch das Labor verstand sie sehr gut, die chemischen Vorgänge in schülergerechte Sprache umzusetzen und mit anschaulichen Erklärungen den Mädchen die ein oder andere Tätigkeit im Labor zu erklären. Bei einer Chromatographie erfuhren die Mädchen, dass z. B. Ethanol weniger lang auf einem Teststreifen „sitzen bleibt“ als ein anderer Alkohol. Oder sie lernten, dass eine dicke dunkle Linie an einer bestimmten Stelle eines Chromatogramms auf Thymian hindeutet. Thymian, das in Hustenmitteln Verwendung findet, sah man dann auch in einem Destilliergerät, in dem es gerade zwecks Gewinnung eines ätherischen Öles für Versuchszwecke aufgekocht wurde.

Erstaunen löste auch aus, dass nicht nur mit Thymian, sondern z. B. auch mit Löwenzahn hier experimentiert wird. Der Löwenzahn, den viele Mädchen bis jetzt nur als Pusteblume oder Unkraut im Karten kannten, enthält auch einige für die Medizingewinnung wichtigen Stoffe. „Kann man Löwenzahn essen?“ war daraufhin eine Frage der Mädchen, und sie wurden auf Rezepte von Löwenzahn-Salat verwiesen, allerdings gleichzeitig ermahnt, nur die Blätter, und nicht gar den Stengel oder die Blüte zu verspeisen.

Weiter ging es zum nächsten Raum, und hier stand dann doch sogar „Drogeneingang“ auf dem Türschild. Das anfängliche Erstaunen legte sich aber schnell, als erklärt wurde, dass in der Pharmazie unter Drogen keine Betäubungsmittel, sondern getrocknete Pflanzen verstanden werden. Die vielen Laborgeräte, die Glasgefäße mit zahlreichen Windungen, die Abzugsschächte für Dämpfe, die beim Entsorgen von Chemikalien entstehen können, oder die vielen Glaskolben mit Flüssigkeiten lösten Neugierde aus. Und dann war ja plötzlich mitten in einem Raum eine Dusche. Wofür die nur da ist… Aber heute konnte man ja alle Fragen stellen, Frau Erhardt wusste stets eine Antwort. Bei der Dusche war es besonders einfach, diese stellt nur eine Sicherheitsvorkehrung dar, falls doch einmal ein Unfall mit einer Chemikalie passieren würde. Allerdings lernten die Schülerinnen auch, dass dies eigentlich nie vorkommt, da Chemielaboranten bestens mit den giftigen Stoffen und den Sicherheitsbestimmungen vertraut sind und somit sich keiner großen Gefahr aussetzen.

Jetzt hatten die Mädchen schon Vertrauen gefasst und trauen sich auch selbst, einen kleinen Versuch unter den wachsamen Augen von Frau Erhardt durchzuführen. Ein großes verschlossenes Glas, das mit einer fast durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt war, musste dabei kräftig geschüttelt werden. Das Ergebnis waren zum einen große Augen der Mädchen, die erstaunt das Glas ansahen, zum anderen aber eine blaue Flüssigkeit im Glas. Der Hinweis, dass dabei eine Redoxreaktion zugrunde liegt, war für die Mädchen noch Neuland, mit der Erklärung, dass sich durch das Schütteln Sauerstoff mit der Flüssigkeit vermischt und deshalb die Farbänderung eintritt, konnten sie schon mehr anfangen.

Ein kleines Andenken durften die Schülerinnen sogar mit nach Hause nehmen: den weißen Laborantenkittel, den sie zum Schutz während der gesamten Führung tragen durften und durch den sie sich in Verbindung mit den Labor-Schutzbrillen wie kleine Chemielaborantinnen fühlten.

Es war für unsere MINT-Gruppe eine Erfahrung, mal in einem großen chemischen Betrieb schnuppern zu dürfen, und mit vielen lehrreichen Eindrücken verließen die kleinen Forscherinnen anschließend das Gebäude.

Anschrift

Staatliche Realschule für Mädchen
Mühlstraße 30
92318 Neumarkt
Tel. 09181-6984980
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