Goethe mal anders…

Dass die Beschäftigung mit Lyrik richtig spannend sein kann, stellte die Klasse 5d in diesem Schuljahr fest. Im Unterricht wurde das Gedicht „Gefunden“ von Johann Wolfgang von Goethe auf kreative Weise umgesetzt. Zu Beginn der Einheit brachte jedes Mädchen einen selbstgesammelten Naturgegenstand mit, der dann im Klassenzimmer Teil einer gemeinsamen Collage wurde. Nach der Textbegegnung wurde das Gedicht strophenweise in Standbilder umgesetzt, in Dialektform umgewandelt oder zu einem Märchen umgeschrieben. Am Ende gestaltete jede Schülerin ihr eigenes Leporello, das auch als Hilfestellung für den späteren Gedichtvortrag diente. Johann Wolfgang von Goethe wäre definitiv begeistert gewesen!

Christine Giersdorf für die Fachschaft Deutsch

 

Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

 Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub’s mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich’s
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

 Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)