Erika Eichenseer erzählte Oberpfälzer Sagen und Märchen

Zugriffe: 299

Wer „Märchen“ hört, denkt unweigerlich an die Gebrüder Grimm. Doch gerade Oberpfälzer sollte bei diesem Stichwort Franz Xaver von Schönwerth (1810 bis 1886) nicht vergessen, über den schon Jacob Grimm schrieb: „Nirgendwo in ganz Deutschland ist umsichtiger, voller und mit so leisem Gehör gesammelt worden.“ Um den Schülerinnen der 5. Jahrgangsstufe diesen ganz besonderen Märchensammler aus dem nahen Amberg vorzustellen, hatte die Fachschaft Deutsch einmal mehr Erika Eichenseer, Vizepräsidentin der Franz Xaver von Schönwerth Gesellschaft eingeladen, die den Kindern einige Schönwerth-Märchen erzählte.

Gebannte Stille umgab die 85-jährige Realschullehrerin a. D. bei ihren beiden je eineinhalbstündigen Vorträgen im Musiksaal der Mädchenrealschule. Im Halbkreis saßen die rund 120 Schülerinnen auf Teppichfliesen und Stühlen und waren fasziniert von der lang geübten Erzählkunst Eichenseers, die schlichtweg begeisterte und die Zeit vergessen ließ. Egal ob nun „Das fliegende Kästchen“ oder „Der Jodel“ – die Geschichten aus uralter Zeit zeigen immer wieder Mädchen und Frauen nicht nur mit zarter Figur in rosarotem Kleidchen und Prinzessinnen-Krönchen, sondern als handfest, intelligent und absolut ebenbürtig zum Mann.

 

Eine Botschaft, die nicht nur an einer reinen Mädchenschule eine weitreichende Tragweite hat – besonders, wenn sie schon so alt ist. Und so stellten nicht wenige Mädchen am Ende der Veranstaltung erstaunt fest „Das war echt toll!“, sondern bekamen von Erika Eichenseer auch noch zwei Aufträge mit auf den Weg: „Schreibt das Märchen von der 'Goldenen Bramasche' zu Ende. Werdet selbst Märchenerzähler. Und erzählt die Märchen, die ihr heute gehört habt, zu Hause und überall. Erzählt sie einfach weiter!“

 

Text/Foto: G. Kirchberger; Quelle: www.schoenwerth.de